07.07.2011
   

10. Deutscher Verkehrsexpertentag

Akzeptanz von Fahrerassistenzsystemen steigern

10. Deutscher Verkehrsexpertentag

Rund 70 Teilnehmer zählte der 10. Deutsche Verkehrsexpertentag

Verkehrsexperten wollen die Bereitschaft zum Kauf von Fahrerassistenzsystemen durch zielgruppenspezifische Aufklärung fördern. Auf dem 10. Deutschen Verkehrsexpertentag der Gesellschaft für Ursachenforschung bei Verkehrsunfällen (GUVU) diskutierten am 30. Juni und 1. Juli in Köln etwa 100 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet. Demnach seien insbesondere eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und eine Anpassung flankierender rechtlicher Maßnahmen zur Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen erforderlich. Mehr Verbrauchertests und Simulatoren könnten bei potenziellen Kundene zugleich das Bewusstsein des Sicherheitsgewinns als auch die Eigenverantwortlichkeit der Fahrer stärken, so der Verkehrsexpertentag.

In Bezug auf den Lkw-Verkehr unterstützten die Fachleute die Forderung nach finanziellen Anreizen, zum Beispiel durch Förderungen, ermäßigte Versicherungsprämien oder Mautrabatte. Ziel sei es, Fahrerassistenzsysteme mit nachgewiesenem Sicherheitsnutzen grundsätzlich bei Neuzulassungen und, wenn möglich, durch Nachrüstungen einzusetzen. Zwingend erforderlich sei die Prüfung elektronischer Sicherheitssysteme bei der Hauptuntersuchung von Kraftfahrzeugen und Anhängern nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa, hieß es.

Zur Diskussion stand auch die Transparenz der Systeme mit Blick auf die Beweissicherung bei Verkehrsunfällen. Mehr Forschung sei vor allem im Bezug auf unangepasste Geschwindigkeit – immer noch eine der Hauptursachen bei Verkehrsunfällen –, auf die Qualität der Testverfahren zur Bewertung von Fahrerassistenzsystemen und auf die bislang ausbleibenden Langzeitversuche mit der Technik notwendig. Gefordert wurde zudem, die Verkehrssicherheitsforschung besonders im Hinblick auf die Senioren, die einen immer größer werdenden Anteil der Neuwagenbesitzer ausmache, deutlich zu verstärken.

Schirmherr Harry Voigtsberger, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen (SPD), ließ wissen, dass er sich im Hinblick auf Fahrerassistenzsysteme für die Bildung von Allianzen stark mache, um auch die europäische Politik für eine stärkere Marktpenetration zu gewinnen. (se)

Die vollständige "Entschließung" des 10. Deutscher Verkehrsexpertentag zum Thema "Verbesserte Öffentlichkeitsarbeit und Anpassung rechtlicher Maßnahmen" finden Sie zum Download unter diesem Artikel.

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