05.06.2013
   

"Autotag 2013"

Allianz thematisiert Fahrradsicherheit

Die Allianz hat sich beim "Autotag 2013" am Dienstag auf das Thema Fahrradsicherheit fokusiert

Die Allianz hat sich beim "Autotag 2013" am Dienstag auf das Thema Fahrradsicherheit fokusiert und für eine allgemeine Helmpflicht für alle Fahrrad- und Pedelec-Fahrer eingesetzt. Gemeinsam mit Verkehrsminister Peter Ramsauer und Moderator Willi Weitzel wurde ein neuer Verkehrssicherheitsfilm zum Thema Fahrradfahren mit Helm präsentiert, der vor allem Kinder und Jugendliche zum Tragen eines Fahrradhelms motivieren soll.

Fahrradfahrer sind im Vergleich zu Autoinsassen nicht durch eine geschlossene Fahrgastzelle geschützt und deshalb bei einem Unfall unmittelbar den Aufprallkräften ausgesetzt. Bei einem Fahrradunfall ist der einzige Schutz für den Kopf ein Fahrradhelm. Die Wahrscheinlichkeit eine Gehirnverletzung zu erleiden, liegt ohne Helm mehr als doppelt so hoch wie mit Helm! Aus Sicht der Schadenprävention forderte die Allianz deshalb gestern beim Autotag 2013 erneut eine allgemeine Helmpflicht für Fahrrad- und Pedelec-Fahrer.

Der Allianz Autotag 2013 wurde flankiert von hochkarätigen Gästen. Darunter Ramsauer, Severin Moser, Vorstandsvorsitzender Allianz Versicherungs-AG, Mathias Scheuber, Schadenchef der Allianz, Christoph Lauterwasser, Leiter Allianz Zentrum für Technik (AZT), Uli Schmucker, Beauftragter für Verkehrssicherheit und Unfallprävention, Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des DVR, Direktor und Professor Andre Seeck, Bundesanstalt für Straßenwesen sowie Dirk Ehmanns, Gruppenleiter für Aktive Sicherheit und Fußgängerschutz, BMW Group.

Severin Moser bekräftigte in seiner Rede, dass die Prävention eine der vordergründigsten Aufgaben eines Schadenversicherers ist. Weltweit engagiert sich die Allianz im Rahmen der Decade of Action for Road Safety. Diese 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen adoptierte Resolution hat das Ziel, weltweit in der Dekade 2011 bis 2020 die Zahl der Verkehrsopfer zu stabilisieren und den Trend zu mehr Getöteten im Straßenverkehr umzudrehen mit dem Ziel, in diesem Zeitraum fünf Millionen Leben zu retten.

Moser: "Mehr als eine Million Menschen kommen jährlich weltweit im Straßenverkehr ums Leben. Etwa die Hälfte aller im Straßenverkehr Getöteten weltweit sind Motorradfahrer (23 Prozent), Fußgänger (22 Prozent) und Fahrradfahrer (fünf Prozent) – sie alle sind sogenannte ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Und die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass bis 2030 die 'Opfer im Straßenverkehr' den fünften Platz unter den führenden Todesursachen einnehmen könnten (aktuell Platz 10), falls sich der Trend so fortsetzt. Wenn die Ziele der Europäischen Union beziehungsweise der Vereinten Nationen erreicht werden sollen, ist es aus unserer Sicht unerlässlich, dass die ungeschützten Verkehrsteilnehmer, insbesondere die Fahrradfahrer und Fußgänger, in Zukunft eine besondere Beachtung finden."

Drei Schwerpunkte

Der Anteil der im Straßenverkehr in Deutschland getöteten Fußgänger liegt laut Moser bei 15 Prozent aller Verunfallten, bei den Fahrradfahrern bei zehn Prozent. "Diese dramatischen Zahlen spiegeln sich im Übrigen in einer Allianz Analyse von Personengroßschäden wider, wo wir sehen, dass bei Kraft-Haftpflichtschäden der Allianz Versicherungs-AG in 17 Prozent der Fälle Fußgänger betroffen sind und Fahrradfahrer zu neun Prozent“, so der Allianz-Chef. "Der mittlere jährliche Schadenaufwand für verunfallte Fahrradfahrer liegt bei der Allianz bei 3,6 Millionen Euro, für verunfallte Fußgänger bei 4,7 Millionen Euro."

Kinder bis 14 Jahre kamen im Jahr 2012 mit dem Rad um etwa 30 Prozent seltener zu Tode, doch zugleich stieg die Zahl der Getöteten bei den 35 bis 44-Jährigen dramatisch, bei den 45 bis 54-Jährige stark und bei den Senioren erkennbar an. Insgesamt starben im Jahr 2012 nach vorläufigen Schätzungen 406 Radfahrer (2011: 399). Da Senioren künftig einen wachsenden Anteil an der Bevölkerung einnehmen und überproportional als nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer unterwegs sind, könnte ihr Anteil bei den getöteten Verkehrsteilnehmern künftig steigen. Vor allem da Elektroräder (Pedelecs) schon zu 50 Prozent von Senioren genutzt werden und damit ein höheres Geschwindigkeitsniveau und höhere Fahrleistungen als mit üblichen Fahrrädern erreicht werden.

Aus Sicht der Schadenforschung und der Unfallprävention sollte deshalb laut Moser an drei Schwerpunkten gearbeitet werden:

  • Sichereren Straßen und Infrastruktur,
  • sichereren Fahrzeugen und
  • dem Schutz von Radfahrern und Fußgängern.

In Bezug auf den persönlichen Schutz des Radfahrers rückt vor allem der Fahrradhelm in den Mittelpunkt der Betrachtung. Über alle Altersklassen hinweg liegt die Helmtragequote in Deutschland nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenverkehr bei elf Prozent, in Österreich bei 33 Prozent und in der Schweiz bei 44 Prozent. Während Kinder bis ins Grundschulalter zu 56 % einen Helm tragen, sinkt die Tragequote bei den Jugendlichen in Deutschland auf 19 Prozent (Elf- bis 16-Jährige) und bei den 17 bis 30-Jährigen auf nur noch fünf Prozent. Auch Senioren haben nur eine Helmtragequote von fünf Prozent. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, eine Gehirnverletzung zu erleiden, ohne Helm mehr als doppelt so hoch als mit einem Helm.

Moser: "Um die Helmtragequote zu erhöhen, hat sich die Allianz eine Aktion mit dem bekannten Kindermoderator Willi Weitzel ausgedacht und einen neuen Verkehrssicherheitsfilm mit dem Titel 'Fahrradfahren: Immer mit Helm!' gedreht. Darin wird die Bedeutung des Fahrradhelms zum eigenen Schutz auf spielerische Art und Weise von Willi vorgestellt. Der Film richtet sich speziell an Kinder zwischen neun und 14 Jahren. Wir setzen bei den Kindern an, weil wir angesichts der rapide sinkenden Tragequoten im Jugendalter davon ausgehen, dass dies das richtige Alter ist, um die Helmtragequote durch Überzeugungsarbeit zu erhöhen." Der Film wird allen Schulen und der Polizei kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Erstauflage beträgt 50.000 DVD. Darüber hinaus steht der Film im Internet auf der Seite www.willi-weitzel-hats-geschnallt.de zum Download zur Verfügung.

Einheitlicher Prüfstandard

Im Rahmen des Autotags 2013 berichtete das AZT zudem von Fahrerassistenzsystemen, die automatisch Fußgänger erkennen und eine Notbremsung auslösen. Die Allianz empfiehlt die Einführung solcher Notbremssysteme in allen neuen Fahrzeugmodellen. Wie Andre Seeck von der Bast und Christoph Lauterwasser vom AZT berichteten, arbeitet man derzeit im gemeinsamen Arbeitskreis "vFSS–Vorausschauende Frontschutzsysteme" zusammen mit der Automobilindustrie und anderen Testinstituten (DEKRA, GDV, BMW, Opel, Toyota, Honda, Volkswagen, Porsche, Audi, Mercedes, Ford) an einem einheitlichen Teststandard für aktive Fußgängerschutzsysteme mit Notbremsfunktion. "Die Allianz fordert, künftig einen international harmonisierten Teststandard zu etablieren, der die wichtigsten realen Unfallszenarien mit Fußgängern abbildet. Ein einheitlicher Test wird die Effizienz der Systeme deutlich verbessern und zu einer höheren Marktdurchdringung führen", so Lauterwasser. (vku)

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