DLR-Studie zu seniorengerechter Mobilität
Alter definiert auch die Umwelt

Ein Auto zu fahren, kann mit zunehmendem Alter zur Herausforderung werden. Autos sollten deshalb Senioren unterstützen statt zu überfordern.
Mit zunehmendem Alter lassen bei vielen Menschen körperliche und kognitive Fähigkeiten nach. Das erschwert mitunter auch die Nutzung von Mobilitätsangeboten, die in der Regel auf einen jüngeren Altersdurchschnitt zugeschnitten sind. Angesichts einer alternden Gesellschaft haben sich die DLR-Institute für Verkehrsforschung und Fahrzeugkonzepte deshalb im Rahmen einer Studie mit der Frage beschäftigt, wie Fahrzeuge und Mobilitätsangebote altersbedingte Hürden besser überwinden können.
Um diese sogenannte "Mobility Design Norm Gap" zu schließen, die ältere oder körperlich eingeschränkte Menschen auch von Mobilität ausschließen, formuliert das DLR eine Reihe von Empfehlungen, die sich vornehmlich an Fahrzeugentwickler wenden.
Diese Technik hilft
Für den Pkw nennt das Projekt unter anderem das Head-up-Display als ein für ältere hilfreiches Feature, das es wichtige Informationen direkt in ein mit zunehmendem Alter eingeschränkteres Blickfeld projiziert. Sprachsteuerungen dürften es ebenfalls erleichtern, etwa Navigation und Komfortfunktionen zu bedienen. Neue Bedienkonzepte sollten zudem möglichst an vertraute Muster anknüpfen, etwa durch Dreh- oder Druckregler. Verstellbare Drehsitze könnten zudem das Ein- und Aussteigen erleichtern. Darüber hinaus plädier die Studienautoren für altersgerechte Crash-Test-Dummys, damit sich Sicherheitssysteme besser auch auf Ältere Menschen abstimmen lassen.
Beim E-Bike sehen die Forscher ebenfalls Potenzial für altersgerechte Optimierungen. Leichte und wendige Modelle könnten älteren Fahrern den Umgang erleichtern. Ergänzend werden leicht zugängliche Fahrtrainings empfohlen, bei denen Gefahrensituationen sensibilisiert wird, um Unfallrisiken zu senken. Eine verständliche Wegeführung, gute Fahrbahnbeläge und das Tragen eines Helms erhöhen zusätzlich die Sicherheit.
Hier muss nachgebessert werden
Handlungsbedarf sieht das DLR außerdem beim Fußverkehr und im öffentlichen Nahverkehr. Breite, gut beleuchtete Wege, funktionierende Aufzüge und Sitzgelegenheiten erleichtern ebenso die Mobilität wie barrierearme Haltestellen. Busse und Bahnen sollten mit niedrigen Einstiegen, unterschiedlich hohen Haltegriffen, ausreichend Platz für Rollatoren sowie gut lesbaren Informationen und verständlichen Durchsagen auf ältere Fahrgäste ausgelegt sein. Auch Apps für Routenplanung und Ticketkauf müssten einfacher werden.
Perspektivisch könnten zudem automatisierte Sharing-Fahrzeuge älteren Menschen helfen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten. Voraussetzung seien jedoch von Beginn an altersgerecht gestaltete Fahrzeuge und Buchungssysteme. Das DLR sieht in der alternden Gesellschaft dabei nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine wirtschaftliche Chance: Altersgerechte Mobilitätsangebote könnten für Hersteller und Anbieter zu einem Wettbewerbsvorteil werden.
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(Foto: SP-X/KI-generiert)
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