04.04.2014
   

EU-Förderprojekts

V-Charge entwickelt fahrerloses Parken

Das EU-Förderprojekt "V-Charge" entwickelt ein System zum fahrerlosen Parken von Elektroautos.

Das EU-Förderprojekt "V-Charge" entwickelt neuartige Ansätze, Nah- und Fernverkehr sowie öffentliche Verkehrsmittel und Individualverkehr zu verzahnen. Forscher der ETH Zürich sowie der Universitäten von Braunschweig, Oxford und Parma, erarbeiten derzeit zusammen mit Bosch und Volkswagen ein System zum fahrerlosen Parken und Laden von Elektroautos.

Dem Projektansatz nach sollen Reisende in der Zukunft lange Strecken vorwiegend über einen gut ausgebauten Fernverkehr zurücklegen und die verbleibenden Kilometer von den Bahnhöfen bis nach Hause per Elektrofahrzeug überwinden. Dafür sollen Park&Ride-Parkplätze zum Einsatz kommen, wo Elektromobile selbstständig und fahrerlos Parkplätze und Ladestationen anfahren. Das Fahrzeug wird vom Reisenden per Smartphone-App zum Laden geschickt und bei der Rückkehr ebenso zügig voll aufgeladen zum Abholpunkt dirigiert.

Das im Juni 2011 begonnene Projekt hat mittlerweile einen wichtigen Zwischenschritt erreicht: Während einer Fahrdemonstration im Bosch-Parkhaus am Stuttgarter Flughafen haben die Wissenschaftler am 2. April 2014 den aktuellen Stand der fahrerlosen Fahr- und Parkfunktion präsentiert. Es wurde erfolgreich demonstriert, wie das Fahrzeug über eine Smartphone-App zum Parken aufgefordert werden kann. Dieses verbindet sich daraufhin mit dem Parkhaus-Server und stellt die Position eines freien Parkplatzes fest. Daraufhin navigiert das Auto selbstständig zu dem gewünschten Parkplatz. Kreuzt ein anderes Fahrzeug den Weg, bleibt es kurzzeitig stehen oder weicht aus.

Know-how bündeln für kostengünstige Lösung

Eine Lokalisierung des Fahrzeugs per GPS ist in Parkhäusern nicht möglich, da die freie Sicht auf Satelliten versperrt ist. Die Wissenschaftler haben deshalb ein kamerabasiertes Konzept entwickelt, welches das Know-how der Industriepartner und der beteiligten Hochschulen in den Bereichen Robotik und Umfeldwahrnehmung bündelt. Zur präzisen Lokalisierung verbindet sich das Auto zu Beginn mit der Parkplatzinfrastruktur und lädt spezielles Kartenmaterial herunter. Dieses umfasst eine Beschreibung der Umgebung, die speziell auf die Verwendung von Kamerasensoren zugeschnitten ist. Damit kann das Fahrzeug die momentan empfangenen Kameradaten mit der bereitgestellten Karte abgleichen und sich so lokalisieren.

Hindernisse werden über eine Stereokamera detektiert und anschließend als entweder statisch oder als andere bewegliche Verkehrsteilnehmer identifiziert. Damit es zu keiner Kollisionen kommt, berechnet das Fahrzeug mehrere Male pro Sekunde neu ein optimales Fahrmanöver, welches sowohl statische als auch bewegliche Objekte sicher umgeht.

Die Funktionen sollen auf kostengünstige Weise realisiert werden, damit diese markttauglich sind und in naher Zukunft serienmässig zum Einsatz kommen können. Die Entwickler arbeiten deshalb unter anderem mit Ultraschallsensoren und Stereokameras, die bereits verfügbar sind und beispielsweise für die Parkassistenz oder Notbremsassistenten genutzt werden. Auf teure, nicht serientaugliche Sensorik wird bewusst verzichtet.

Projektziel 2015

Bis zum geplanten Ende des Projekts im Jahr 2015 soll unter anderem die Präzision beim Einparken verbessert werden. Dies ist wichtig für den künftigen Einsatz in Elektrofahrzeugen. Diese sollen selbständig laden und müssen deshalb die Ladestationen hochpräzise anfahren können. Ein weiterer Fokus liegt auf der zuverlässigen Navigation. Diese soll auch bei stark wechselnden Lichtverhältnissen sowie bei regem Verkehr in Verbindung mit anderen, manuell gesteuerten Fahrzeugen sowie Fußgängern alle auftretenden Situationen zuverlässig beherrschen.

V-Charge ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der ETH Zürich, der Universitäten von Braunschweig, Oxford und Parma sowie von Bosch und der Volkswagen AG. Es wird durch die ETH Zürich koordiniert. Das Projekt wird durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (V-Charge, Projektnummer 269916) finanziert. Das Projektbudget beträgt insgesamt 5,63 Millionen Euro. Die Laufzeit des Projekts ist von 1. Juni 2011 bis zum 30. September 2015. (vku)


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