20.06.2012
   

EU-Parlament

Europaweite einheitliche Verkehrsunfallstatistik gefordert

Die Länder Europas verfügen nicht über eine einheitliche Abgrenzung zwischen den Opferkategorisierungen für die Unfallstatistik.

Um weitere Fortschritte in der Reduzierung von Verkehrsunfällen und der Opferzahlen in Europa zu erreichen, müssen die Unfallstatistiken pro EU-Land endlich vergleichbar werden, fordert Dieter-Leberecht Koch, Mitglied des europäischen Parlaments. Laut dem Experten für Verkehrssicherheit im Europa-Parlament kann es nicht angehen, dass jedes Land nach eigener Definition feststellt, wie bei einem Verkehrsunfall statistisch zwischen Leicht- oder Schwerverletzten unterschieden wird.

Viele Länderstatistiken stützten sich auf die Polizeiprotokolle, in denen jeweils die Zahl der Verletzten und unmittelbar Getöteten aufgeführt sind. Die Krux dabei ist: die Polizisten befassen sich in ihren Protokolle vornehmlich mit dem Unfallhergang und den augenscheinlich feststellbaren Unfallfolgen am Unfallort sowie der möglichen Schuldfrage. Was Tage nach dem Unglück passiert, ob zum Beispiel ein Schwerverletzter seinen Verletzungen erlegen ist, wird nicht erfasst. Andere Landesstatistiken berücksichtigen auch medizinische Befunde, die innerhalb von drei Tagen nach Unfall erstellt wurden. In einigen Ländern reicht die Frist für die Berücksichtigung von ärztlichen Feststellungen bis zu zwei Wochen.

Große Unterschiede innerhalb der EU gibt es ebenso bei den Verkehrstoten. Einige Länder berücksichtigen nur die an der Unfallstelle Getöteten. In anderen Ländern fließen alle innerhalb von 24 Stunden bis 30 Tagen an den Unfallfolgen Verstorbenen in die Statistik ein. "Eine europaweite, einheitliche Verkehrsunfallstatistik macht deutlich, in welchen Ländern das bisherige Engagement in Sachen Verkehrssicherheit verstärkt werden muss", stellt Koch klar. Bei Ländern mit guten Ergebnissen könnten die verantwortlichen Maßnahmen die Vorgaben und Leitlinien für andere Länder sein.

Die heutigen Unfallstatistiken von Eurostat, dem europäischen Statistikamt in Luxemburg, vermittelten nur Richtwerte. Diese werden durch ein Regelsystem gewonnen, das die länderspezifischen Erfassungsunterschiede mathematisch ausgleicht. Für Koch sind diese Werte für ein wirkungsvolles, erfolgsorientiertes Handeln in der europaweiten Verkehrssicherheit zu ungenau. (mid/gz)


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