08.08.2011
   

Fahrzeugkriminalität

Präventive Systeme "wenig wirksam"

Alarmanlagen und Lenkradschlösser sind für viele Autodiebe kein Problem - die Kriminellen haben vor Tracking-Systemen mehr Respekt.

Der Psychologe Sven Tuchscheerer hat an der Technischen Universität Chemnitz das Thema Autodiebstahl untersucht und Täter sowie potenzielle Opfer befragt. Für die Dissertation "Human Factors in Automotive Crime and Security" arbeitete der Forscher mit der Volkswagen AG Konzernforschung/ UA Security in Wolfsburg zusammen, hieß es in einer Mitteilung der TU. In einem ersten Schritt erfragte er die Einstellung von 40 Besitzern von Oberklassewagen zu ihren Diebstahlsystemen. In einer Onlinebefragung erkundigte er sich anschließend bei 2.000 deutschen Autofahrern unabhängig von deren Fahrzeug. Danach wandte er sich der Gegenseite zu und interviewte elf inhaftierte Täter.

Bei der Bewertung von Sicherheitssystemen zeigten sich Widersprüche: "Autofahrer wünschen sich präventive Systeme", so Tuchscheerer. Zu den vorbeugenden Systemen zählten beispielsweise die automatische Verriegelung des Fahrzeuges, um ein Aufreißen der Tür zu verhindern. Ferner statten die Fahrzeughersteller ihre Produkte mit Wegfahrsperre, Lenkradschloss, Alarmanlage oder Sicherheits-verglasung aus. Nur wenig versprechen sich die Fahrer hingegen von so genannten repressiven Systemen. Diese sollen zur Ergreifung oder Ortung des Täters beitragen.

Viele Täter indessen bewerteten die präventiven Systeme der Studie zufolge als "wenig wirksam" und "schlimmstenfalls lästig". So genannte Tracking-Systeme, die dem Aufspüren der Täter dienlich sind, schätzen die Kriminellen wesentlich häufiger als "problematisch" ein. Vor allem, wenn diese nachträglich eingebaut wurden und im Auto gut versteckt sind. Hintergrund: Während im Jahr 2009 knapp über 40.000 Fahrzeuge gestohlen wurden, kletterte diese Zahl laut polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) im vergangenen Jahr auf 42.002. Ärgerlich zudem: Die Aufklärungsquote ging im gleichen Zeitraum von 26,7 auf 24,8 Prozent zurück (wir berichteten).

Neue Ansätze im Diebstahlschutz

Fazit von Sven Tuchscheerer: Da ein Lahmlegen des Fahrzeuges nach erkanntem Diebstahl in Deutschland nicht zulässig sei, befürwortet der Absolvent eine Störung von nicht primär fahrrelevanten Funktionen. Beispielhaft könnte bei warmen Außentemperaturen die Klimaanlage automatisch deaktiviert und die Heizung eingeschaltet werden. Zudem sollten die Fenster geschlossen und gegen das Öffnen gesperrt werden, hieß es. Bei kalten Temperaturen sei gegebenenfalls die Zuschaltung der Klimaanlage und die Deaktivierung der Heizung hilfreich, um dem Autoknacker den Spaß an der Beute zu verderben. (msh)


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