30.03.2012
   

Report

Dekra fordert mehr Engagement für Verkehrssicherheit

Clemens Klinke

Clemens Klinke: "Mit Nachdruck muss auf allen Ebenen an einer weiteren Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Europas Straßen gearbeitet werden"

Mensch und Technik bilden im Straßenverkehr ein mit vielen Herausforderungen behaftetes Spannungsfeld. "Mit Nachdruck muss auf allen Ebenen an einer weiteren Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Europas Straßen gearbeitet werden", betonte Dekra-Vorstand Clemens Klinke bei der Präsentation des neuesten Verkehrssicherheitsreports im Rahmen eines Parlamentarischen Abends am 29. März 2012 in der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Berlin. Dies gelte insbesondere auch vor dem Hintergrund der jüngsten Unfallzahlen aus Deutschland. Danach sind laut Statistischem Bundesamt 2011 erstmals nach 20 Jahren wieder mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

Wie die Verkehrssicherheitsreports der Jahre 2008 (Pkw), 2009 (schwere Nutzfahrzeuge), 2010 (Motorräder) und 2011 (Fußgänger und Radfahrer) zeigt auch die neueste Publikation an Hand von Statistiken und Auswertungen von Daten aus Deutschland und ausgewählten europäischen Ländern, in welchen Bereichen die größten Optimierungspotenziale liegen. Darüber hinaus soll der Report Denkanstöße liefern für Politik, Verkehrsexperten, Hersteller, wissenschaftliche Institutionen sowie Verbände und allen Verkehrsteilnehmer als Ratgeber dienen. Unter der Adresse http://www.dekra.de/de/verkehrssicherheitsreport-2012 kann die komplette Studie nachgelesen und heruntergeladen werden.

Die Prüforganisation fordert vor allem:

  • Frühestmögliche Verkehrserziehung schon im Grundschulalter
  • Weitere Verbesserung der Fahranfängerausbildung
  • Höhere Regelakzeptanz, regelmäßige Auffrischung des Wissens über die aktuellen Verkehrsregeln und mehr gegenseitige Rücksichtnahme
  • Selbstkritische Beobachtung der altersbedingten Einschränkungen und der Leistungsfähigkeit als Verkehrsteilnehmer
  • Erhöhung der Gurtanlegequote auf 100 Prozent
  • Gewährleistung der Funktionsfähigkeit mechanischer und elektronischer Komponenten der Fahrzeugsicherheit über das gesamte Fahrzeugleben hinweg
  • Verkürzung der Prüffristen für ältere Fahrzeuge
  • Konsequentere Ausrichtung der Verkehrskontrollen auf nachweisbare Effekte zur Steigerung der Verkehrssicherheit
  • EU-weite Vereinheitlichung aller Verkehrsregeln

Kritisch sehen die Prüfingenieure vor allem Fahrerassistenzsysteme. So sei deren Wirksamkeit zwar unbestritten, nicht zu vernachlässigen sei allerdings die Gefahr, dass Assistenzsysteme aufgrund ihrer Informationsfülle und der mitunter komplizierten Bedienbarkeit zur Überforderung und Ablenkung des Fahrers führen können. "Die Schnittstelle zum Menschen sollte daher immer so gestaltet sein, dass die vom Fahrzeug kommenden Signale jederzeit intuitiv von Fahrern jeden Alters verstanden werden", rät Klinke.

Seien einige Technologien wie das Antiblockier-System (ABS) oder das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) in Neufahrzeugen mittlerweile Standard, so seien andere Systeme wie der Abstandsregeltempomat ACC (Adaptive Cruise Control), das vorausschauende Notbremssystem ABA (Active Brake Assist), das Spurhaltesystem LGD (Lane Guard System) beziehungsweise der Spurwechselassistent LCA (Lane Change Assist) oder der Abbiegeassistent vielen Fahrzeugkäufern dagegen nach wie vor kaum bekannt. "Das Potenzial dieser Systeme kann aber nur bei einer hohen Marktdurchsetzung voll zum Tragen kommen", so Klinke. (se)


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