Stadtverkehr im Stillstand
Nürnberg führt Deutschlands Stau-Ranking an

Der Verkehr in deutschen Städten bleibt angespannt.
Der Verkehr in deutschen Städten bleibt angespannt. Das belegt der nunmehr fünfzehnte Traffic Index des Navigationsspezialisten TomTom. Erneut wurden hierfür die anonymisierten Bewegungsdaten von TomTom-Nutzern in 29 deutschen Städten und vielen weiteren Metropolen weltweit ausgewertet. Dabei zeigte sich für das Jahr 2025 in den meisten urbanen Zentren Deutschlands ein weiterer Anstieg des Stauniveaus und der Zeitverluste für Autofahrer. Parallel dazu gingen fast allerorts die Durchschnittsgeschwindigkeiten zurück. Nürnberg führt das Negativ-Ranking für die innerstädtischen Bereiche an.
Mit einem Stauindex von 50 Prozent liegt Nürnberg im Stadtbereich an der Spitze, was einem Plus von einem Prozentpunkt gegenüber 2024 entspricht. Autofahrer verloren dort im vergangenen Jahr im Schnitt 78 Stunden in der Rushhour. Es folgen Hamburg mit 49 Prozent (ein Plus von zwei Prozentpunkten, 77 Stunden) und Leipzig, wo das Stauniveau um neun Punkte auf 48 Prozent stieg – der Zeitverlust lag bei 79 Stunden.
Auf den weiteren Plätzen landen Hannover (46 Prozent, 71 Stunden), Kassel (45 Prozent, 66 Stunden) und Dresden (45 Prozent, 68 Stunden), das mit plus zehn Prozentpunkten den stärksten Anstieg verzeichnete. Auch Berlin liegt mit 45 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau (plus acht Punkte) und kommt ebenso wie Leipzig auf 79 Stunden Zeitverlust. Dahinter folgen Bremen (44 Prozent, 63 Stunden), München (44 Prozent, 77 Stunden) und Frankfurt am Main. Als einzige Stadt in den Top Ten entspannte Frankfurt leicht und kam auf 42 Prozent (minus ein Punkt). Dort verlor man jedoch mit 84 Stunden die meiste Zeit im Stau.
Rückgang von Homeoffice
TomTom nennt als Treiber dieser Entwicklung vor allem den Rückgang von Homeoffice und die Rückkehr zu mehr Präsenzarbeit. Dadurch gewinnen Pendlerverkehre aus dem Umland wieder an Bedeutung. Dieser Effekt wird durch die anhaltende Stadtflucht infolge hoher Mieten sowie durch einen weiterwachsenden Fahrzeugbestand mit zunehmend größeren Modellen wie SUVs verstärkt.
Zudem schränken Baustellen vorhandenen Kapazitäten ein. Sanierungen von Straßen und Brücken sowie parallele Arbeiten an Energie- und Datennetzen sorgen für entsprechend zusätzlichen Druck im urbanen Straßenraum. Eine schnelle Entlastung ist daher nicht in Sicht. "Stau ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern das Ergebnis struktureller Entwicklungen", so TomTom. Auch im Jahr 2026 werden sich Autofahrer hierzulande in den großen Städte also auf viele Staus und längere Zeitverluste einstellen müssen.
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(Foto: Mit KI generiert)
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