Studie zu Cannabis am Steuer
Weniger selbstsicher, trotzdem schneller

Cannabis-Konsum macht Autofahrer offenbar nicht automatisch vorsichtiger.
Wer Cannabis konsumiert hat, schätzt seine eigene Fahrsicherheit zwar kritischer ein, fährt deshalb aber nicht unbedingt defensiver. Das legt ein Experiment von Dekra, TU Dresden und dem Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nahe.
Die insgesamt 41, häufig jüngeren Teilnehmer absolvierten drei jeweils 20-minütige Fahrten im Simulator: nüchtern sowie eine halbe Stunde und zwei Stunden nach dem Konsum einer für sie üblichen Cannabis-Dosis. Eine halbe Stunde danach hielten sich lediglich 17 Prozent noch für fahrsicher, nach zwei Stunden waren es wieder 49 Prozent.
Das tatsächliche Fahrverhalten wurde dadurch allerdings nicht vorsichtiger. Auf einem schmalen Landstraßenabschnitt mit Tempo 80 nahm die mittlere Geschwindigkeit nach dem Konsum zu. Jeder zehnte Proband überschritt das Tempolimit teils deutlich. Zudem zeigten 39 Prozent eine halbe Stunde nach dem Konsum erhebliche Abweichungen von der Ideallinie, zwei Stunden später waren es 32 Prozent. Bei einzelnen Teilnehmern verbesserte sich die Spurhaltung allerdings auch.
Die gemessenen THC-Werte waren nach Angaben der Dekra insgesamt relativ niedrig, die Teilnehmer stuften sich überwiegend als Gelegenheitskonsumenten ein. Wegen der kleinen Teilnehmerzahl und der Untersuchung im Fahrsimulator lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf den gesamten Straßenverkehr übertragen. Sie zeigen nach Einschätzung der Forscher jedoch, dass eine subjektiv wahrgenommene Beeinträchtigung nicht zwingend zu defensiverem Fahrverhalten führt.
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(Foto: Dekra)
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