12.01.2026
   

Unfälle mit Autotüren

Das Risiko in Großstädten bleibt hoch

Verkehr

Trotzneuer Technik und Regeln sind Unfälle mit offenen Türen in Großstädten Alltag.

Das Risiko von Unfällen mit offenen Autotüren ist in Großstädten wie Berlin besonders hoch und wird nach Überzeugung von Verkehrssicherheitsexperten nach wie vor unterschätzt. Eine bundesweite Statistik zu den sogenannten Dooring-Unfällen gibt es nicht. "Nur wenige Bundesländer erfassen diese Unfälle separat in den Verkehrsunfallanzeigen der Polizei. Berlin gehört dazu", sagte die Leiterin der Unfallforschung im Gesamtverband der Versicherer (GDV), Kirstin Zeidler, der Deutschen Presse-Agentur. "Hier sind Dooring-Unfälle häufiger als in ländlicheren Gebieten oder in Städten mit weniger dichtem Auto- und Fahrradverkehr." 

Bei solchen Unfällen verursachen Autofahrer oder andere Autoinsassen durch das plötzliche Öffnen einer Autotür den Sturz eines Radfahrers. Im Oktober sorgte der Fall der in Berlin geborenen Schauspielerin Wanda Perdelwitz für Schlagzeilen. Die 41-Jährige starb nach einem solchen Unfall in Hamburg an ihren schweren Verletzungen. 

"Dooring-Unfälle sind ein unterschätztes Phänomen", sagte Zeidler. Im Jahr 2024 gab es davon berlinweit 392 - knapp acht Prozent der fast 4.950 Radunfälle mit Verletzten und Getöteten. 2015 waren es 533, ein Anteil von nicht ganz zehn Prozent. "In den letzten zehn Jahren gab es in der Hauptstadt also einen leichten, wenn auch langsamen Rückgang dieser Unfälle", sagte Zeidler. 

Sicherheitsstreifen können Risiken verringern

Dennoch wäre noch mehr möglich: «Seit 2010 sehen die Regelwerke bundesweit einen Sicherheitsstreifen von bis zu 75 Zentimetern zwischen parkenden Autos und dem Radverkehr vor, wenn Radwege neu angelegt oder umgebaut werden», so die Expertin. In Berlin seien diese Pufferzonen auch zunehmend zu sehen. "Aber etliche bestehende Radwege haben leider noch keine und sollten diesen Sicherheitsstreifen unbedingt bekommen", sagte Zeidler. 

Inzwischen gebe es auch technische Lösungen, sogenannte Dooring-Warner: Sensoren im Fahrzeug erkennen, wenn sich von hinten ein Radfahrer nähert, und warnen mit akustischem oder optischem Signal, bevor Insassen die Tür öffnen, erklärte Zeidler. "Noch besser sind Systeme, die die Türen sogar kurzzeitig blockieren. Wir haben uns schon länger dafür ausgesprochen, dass es Dooring-Warner in allen Fahrzeugen geben sollte."


Kommentar verfassen

Frage des Monats

PDF-Download

Neue Kriterien für Karosserie-Eingangs-Vermessung

Das Allianz Zentrum für Technik und die Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung empfehlen neue Kriterien für die Durchführung einer Karosserie-Eingangs-Vermessung zur Schadendiagnose in der Reparaturwerkstatt. mehr »

Datenblätter

Kostenlose 2D DXF-Daten

Zu den Datenblättern der Autos gibt es auch DXF-Dateien zum Download. Nur für Abonnenten! mehr »

Mini-Abo

Maxi-Paket zum Mini-Preis

Testen Sie jetzt drei Ausgaben der VKU zum Mini-Preis. Keine Kündigung nötig! mehr »

Kontakt

Haben Sie noch Fragen?

Dann kontaktieren Sie uns - wir helfen Ihnen gerne weiter! mehr »
Abonnieren Sie die VKU noch heute Hier klicken »

Datenblätter-Archiv

Datenblätter

Informieren Sie sich umfassend über aktuelle Fahrzeugmodelle und technische Daten. mehr »

News aus der Autobranche

AUTOHAUS Online

Tagesaktuelle News, spannende Bildergalerien und die heißesten Autovideos gibt es hier »

Jahresinhaltsverzeichnis 2025

VKU auf einen Blick

Das gesamte Inhaltsverzeichnis der VKU-Ausgaben 2024 zum Download! mehr »