29.09.2015
   

Unfälle zwischen Pkw und Fahrradfahrern

Die Verlierer auf zwei Rädern

Bei den meisten Zusammenstößen (84 Prozent) trifft der Radler direkt die Pkw-Front, wie eine Studie der Unfallforscher der Versicherer ergab

Im Jahr 2014 waren rund 12 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer Radfahrer. Ihr Anteil an allen Verkehrstoten ist damit in den letzten 10 Jahren um 50 Prozent gestiegen. Unfallgegner bei mehr als einem Drittel der getöteten und fast bei der Hälfte der schwerverletzten Radfahrer waren Autos. Bei den meisten Zusammenstößen (84 Prozent) trifft der Radler direkt die Pkw-Front, wie eine Studie der Unfallforscher der Versicherer (UDV) ergab. Dabei zieht sich der Radfahrer, je nach Form der Fahrzeugfront, häufig mittelschwere Verletzung an Beinen oder Kopf zu. Wird er schwer verletzt, ist vor allem der Kopf betroffen.

Für den Fußgängerschutz wurde in den letzten Jahren einiges getan, so gibt es mittlerweile aktive Motorhauben, die sich bei Unfällen etwas aufstellen um die schwere des Zusammenpralls zu reduzieren. Davon profitieren Radfahrer allerdings nicht, wie die Studie des UDV belegt. Um die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen einschätzen zu können, hat der Verband ein Bewertungsverfahren entwickelt und in mehr als 1.000 Simulationen die verschiedensten Unfallszenarien durchgerechnet. Dabei wurde der Aufprall von verschieden großen Radfahrern und Fußgängern an diversen Fahrzeugfronten durchgespielt.

Ergebnis: Das Risiko für schwere Kopfverletzungen ist für Radfahrer deutlich höher als für Fußgänger. Die Gestaltung der Fahrzeugfront spielt eine entscheidende Rolle für die Schwere der Verletzung. Kinder haben ein geringeres Risiko von schweren Kopfverletzungen als Erwachsene, weil sie eher auf die weiche Motorhaube treffen, statt auf den harten Rahmen. Die sich selbst leicht aufstellende Motorhaube – entwickelt zum Schutz von Fußgängern – kann bei Unfällen mit Radfahrern kontraproduktiv wirken.

Eine mögliche Maßnahme zur Reduzierung des Kopfverletzungsrisikos sieht der UDV in einem speziellen Airbag, der den gesamten Scheibenrahmen abdeckt. Allerdings hat kein Hersteller einen solchen Airbag im Angebot. Deshalb ist der Notbremsassistent mit Radfahrerkennung die beste Wahl. Die Reduzierung der Aufprallgeschwindigkeit um 20 km/h verkleinert das Kopfverletzungsrisiko am stärksten. Der Assistent müsste weiterentwickelt und möglichst in vielen Modellen eingesetzt werden, fordert der UDV. (sp-x)


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