23.12.2016
   

Unfallforschung der Autohersteller

Gefahren erkennen, Risiken minimieren

Im Dienste der Sicherheit: Die Unfallforscher der Autohersteller analysieren Ursachen und Wirkungen der Crashs.

Je höher die Zahl der Verkehrsteilnehmer, desto größer das Unfallrisiko. Die Hersteller arbeiten daher mit eigenen Unfallforschungen, um Ursachen und Wirkungen zu erkunden und gegenzusteuern. Bei Volkswagen sind Ralf Tenzer und sein Team deshalb 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit, immer auf dem Sprung, um bei aktuellen Unfällen auszurücken und die näheren Umstände des Crashs zu untersuchen. Rund 120 Unfälle werden so im Jahr genauer betrachtet, nicht nur die Straßen rund um Wolfsburg. Er ist mittlerweile in ganz Niedersachsen und auch in anderen Bundesländern unterwegs.

"Jeder Unfall wird detailliert ausgewertet. Die Bundesstatistik, die Unfälle und Verletzungen zusammenfasst, reicht dafür nicht aus", sagt Ralf Tenzer. Sobald ein aktuelles Volkswagen-Modell in einen Unfall verwickelt ist, dokumentieren die Ermittler von Volkswagen mit Kamera und Maßstab in möglichst kurzer Zeit viele Details, wie die Schäden an den Fahrzeugen, deren Position und Bremswege. Als Hilfsmittel muss eine Drohne herhalten, mit deren Hilfe Aufnahmen aus der Luft angefertigt werden. Szenen-Scans in 3D helfen bei der genaueren Analyse. Und: Ein Mediziner im Team untersucht mögliche Verletzungen und ihre Ursachen.

Die Unfallforscher arbeiten eng mit der technischen Entwicklung zusammen. Eines der Ergebnisse dieser Kooperation ist der Emergency Assist im Passat: "Wenn das System erkennt, dass der Fahrer nicht mehr in der Lage ist, das Auto zu steuern, übernimmt Emergency Assist die Lenkung und bringt das Auto zum Stillstand", so der Chef-Unfallforscher. Mit ihren Unfalldaten können Tenzer und seine Kollegen belegen, dass ein kontrollierter Stillstand auf der Fahrspur weitaus weniger gefährlich ist als ein führerloses Auto, das beispielsweise in den Gegenverkehr gerät.

Auch der Fußgängerschutz profitiert von den Unfallforschungen. 75 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr ereignen sich bei einer Geschwindigkeit von unter 25 km/h, sagt die Statistik. Hier helfen die City-Notbremsfunktion oder die radargestützte Front-Assist-Überwachung, die idealerweise Auffahrunfälle gänzlich vermeidet. Zum Wohle aller Beteiligten: "Bei Unfällen mit Geschwindigkeiten unter 30 km/h ist das Schleudertrauma die häufigste Verletzungsart", sagt Tenzer. "Das ist in den seltensten Fällen lebensbedrohlich, aber eine ernst zu nehmende und vor allem zu verhindernde Verletzung." (mid/mk)


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